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Freitag, 29. Oktober 2010
Wie die Madonna auf den Mond kam
Autorenlesung mit Rolf Bauerdick
Gefeiert auf der Frankfurter Buchmesse
Die Literaturszene wie auch die großen Tageszeitungen feiern derzeit Rolf Bauerdick und seinen Debütroman "Wie die Madonna auf den Mond kam". Der gebürtige Sauerländer lebt gleich bei uns um die Ecke in Hiddingsel und hat im Dezember 2009 seinen ersten Roman veröffentlicht.
Die "Welt" schreibt dazu in ihrem Bericht vom 3. Dezember 2009:
"Südöstlich der westfälischen Stadt Münster ist die Welt noch in Ordnung. Die Fahrradwege sind gepflegt, die Felder verlaufen schnurstracks, und die besenreinen Orte tragen Namen, die an Erde und Rüben denken lassen. Beispielsweise Buldern, Nottuln-Appelhülsen – oder Hiddingsel.
In diesem 1032 erstmals erwähnten Dorf, genauer: auf einem backsteinernen Gehöft, das auch eine Schnapsbrennerei beherbergt, lebt jener Mann, der mit seinem Erstlingsroman aus deutscher Sicht für die mutmaßlich größte Überraschung bei der Frankfurter Buchmesse gesorgt hat: Der gebürtige Sauerländer Rolf Bauerdick, mit Anfang 50 ein recht später Debütant, hat mit „Wie die Madonna auf den Mond kam“ (DVA) internationale Aufmerksamkeit erregt wie seit Bernhard Schlink wohl kein hiesiger Belletristikautor mehr.
Zehn ausländische Verlagshäuser, darunter Alfred Knopf (USA) und Atlantic (Großbritannien), haben sich noch vor dem Erscheinen des Buches hierzulande, Anfang November, eine Übersetzungslizenz gesichert. Tendenz: steigend. Eine späte Genugtuung für Bauerdick, der den im Verlauf eines Jahrzehnts gereiften Text vor noch gar nicht so langer Zeit vergeblich mehreren Dutzend deutschsprachigen Verlagen angeboten hatte.
Das nunmehr geballte Interesse kann kaum verwundern angesichts des enormen Unterhaltungswerts des skurrilen Buches und der anarchischen Fabuliergabe seines Autors. Bauerdick, erklärtermaßen ein Fan der „wunderbaren Wirklichkeiten“ in der Prosa von Gabriel García Márquez, erzählt von bizarren Begebenheiten und wundersamen Wandlungen in einem fiktiven Staat namens Transmontanien, der Rumänien nachempfunden ist.
Dessen Geschicke und Geschichte verknüpft er in einer bunten und bisweilen wild anmutenden Mischung aus Fakten und Fiktion zu einer kühnen Parabel über den Fortschrittsglauben im real versagenden Sozialismus. Entstanden ist aus dieser virtuosen Vermengungsarbeit ein lebensdralles Wimmelbild aus schelmischen und dämonischen Existenzentwürfen, eine fünf Jahrzehnte umfassende Sittengeschichte.
Ein großes Stück Literatur im Zeichen einer Groteske, wie sie womöglich weder der bosnische Regisseur Emir Kusturica noch François Rabelais, der Ahnherr des Genres, deftiger und lustiger inszenieren könnten."
Termin
Freitag, 29. Oktober 2010, 19.30 - ca. 22.00 Uhr
Kosten
8,50 EUR pro Person für Lesung und Wein
Anmeldung
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